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Arztpraxis Aschenbrenner: Dr. med. Katja Aschenbrenner

Testosteron: Auch ein Frauenhormon

Welche Rolle Testosteron bei Frauen spielt, was ein Blutwert aussagt und für wen eine Behandlung infrage kommt.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Wussten Sie, dass Testosteron auch ein Frauenhormon ist?

Wenn von Testosteron die Rede ist, denken viele Menschen zunächst an Männer. Doch auch Frauen bilden dieses Hormon. Testosteron gehört zur normalen weiblichen Hormonphysiologie und wirkt in verschiedenen Geweben, unter anderem im Gehirn und in der Muskulatur.

Gerade in den Wechseljahren lohnt es sich deshalb, bei entsprechenden Beschwerden auch dieses Hormon zu berücksichtigen. Entscheidend ist dabei das Gesamtbild: Ihre Beschwerden, Ihre gesundheitliche Vorgeschichte und die möglichen Ursachen.

Wussten Sie, dass Testosteron auch ein Frauenhormon ist?

Welche Aufgaben hat Testosteron bei Frauen?

Testosteron spielt eine Rolle für die Libido und beeinflusst auch den Muskelstoffwechsel. Seine Wirkung beschränkt sich somit nicht auf einen einzigen Bereich des Körpers.

Für die Muskulatur ist jedoch eine Unterscheidung wichtig: Die biologische Wirkung des Hormons bedeutet nicht automatisch, dass eine zusätzliche Testosterongabe bei Frauen Muskelmasse oder Muskelkraft zuverlässig verbessert. Ein solcher Nutzen ist bei Dosierungen im normalen weiblichen Bereich bislang nicht ausreichend belegt.

Was macht Testosteron bei Frauen? Libido, Muskelstoffwechsel, Gehirn

Wie verändert sich Testosteron im Laufe des Lebens?

Der Testosteronspiegel nimmt bei vielen Frauen bereits vor den Wechseljahren ab. Bei der natürlichen Menopause kommt es normalerweise nicht zu einem typischen abrupten Abfall wie beim Estradiol. Nach der Entfernung beider Eierstöcke können die Werte dagegen deutlich sinken.

Diese Veränderungen verlaufen individuell. Aus dem Lebensalter oder dem Eintritt der Menopause allein lässt sich deshalb kein behandlungsbedürftiger Testosteronmangel ableiten.

Testosteron und Estradiol im Lebensverlauf der Frau – schematische Darstellung

Erschöpfung und Energiemangel: Können Hormone eine Rolle spielen?

Wenn Sie sich anhaltend erschöpft oder energielos fühlen, verdienen diese Beschwerden eine sorgfältige Abklärung. Hormonelle Veränderungen können dabei ebenso berücksichtigt werden wie Schlafstörungen, Eisenmangel, Schilddrüsenerkrankungen, Medikamente oder andere Erkrankungen.

Auch bei Erschöpfung und Energiemangel können niedrige Testosteronwerte vorliegen. Ob sie die Beschwerden tatsächlich verursachen, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Für Frauen gibt es kein allgemein anerkanntes Testosteronmangelsyndrom, das anhand dieser Symptome und eines einzelnen Blutwertes sicher diagnostiziert werden kann.

Ein Nutzen der Testosterontherapie gegen Erschöpfung und Energiemangel ist bisher nicht ausreichend belegt. Diese Beschwerden allein gelten daher nicht als etablierte Behandlungsindikation.

Wann kann eine Blutmessung sinnvoll sein?

Eine Blutmessung kann sinnvoll sein, wenn eine Testosterontherapie erwogen wird. Sie dient vor allem dazu, einen Ausgangswert festzuhalten und bereits erhöhte Werte zu erkennen. Während einer Behandlung helfen Kontrollen, zu hohe Testosteronspiegel zu vermeiden.

Ein niedriger Wert allein beweist keinen behandlungsbedürftigen Mangel. Beschwerden und Laborbefunde müssen gemeinsam beurteilt werden.

Für wen kommt eine Testosterontherapie infrage?

Am besten belegt ist die Behandlung bei Frauen nach der Menopause mit anhaltend verminderter Libido, die als belastend empfunden wird. Zuvor sollten mögliche andere Einflussfaktoren berücksichtigt werden, beispielsweise Schmerzen, Schlafprobleme, Medikamente oder Belastungen in der Beziehung. Für die Anwendung vor der Menopause ist die Datenlage begrenzter.

Wann kommt eine Testosterontherapie bei Frauen infrage?

Gel oder Creme: Welche Möglichkeiten gibt es?

Behandlung „off-label“

In Deutschland ist derzeit kein speziell für Frauen zugelassenes Testosteronpräparat verfügbar. Eine Behandlung erfolgt daher meist außerhalb der zugelassenen Anwendung, also „off-label“. Das erfordert eine individuelle ärztliche Entscheidung und Aufklärung.

Gel oder individuell angefertigte Creme

Ein für Männer zugelassenes Gel kann in einer deutlich niedrigeren, ärztlich festgelegten Dosierung verwendet werden. Auch individuell angefertigte Testosteroncremes aus der Apotheke sind möglich. Ihre Wirksamkeit und Sicherheit sind allerdings weniger gut untersucht; internationale Leitlinien bevorzugen geeignete standardisierte Präparate, wenn diese verfügbar sind.

Dosierung und Kontrollen

Die Dosierung sollte im normalen weiblichen Bereich bleiben. Mögliche Nebenwirkungen sind unter anderem Akne und vermehrter Haarwuchs. Deshalb gehören die Beurteilung Ihrer Beschwerden und regelmäßige Kontrollen zur Behandlung.

Fazit: Den Ursachen auf der Spur

Wenn Sie Veränderungen Ihrer Libido, anhaltende Erschöpfung oder einen Rückgang Ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit bemerken, sprechen Sie diese an. Ziel ist eine Behandlung, die zu den tatsächlichen Ursachen Ihrer Beschwerden passt.

Dr. med. Katja Aschenbrenner
Den Ursachen auf der Spur

Haben Sie Fragen zu Testosteron? Schreiben Sie uns in die Kommentare

Quellen:

  1. Endocrine Society, Androgen Therapy in Women (JCEM 2014): academic.oup.com
  2. Global Consensus Position Statement on the Use of Testosterone Therapy for Women (JCEM 2019): academic.oup.com
  3. Australasian Menopause Society, Testosterone and women: menopause.org.au
  4. Endocrine Society, Clinical Practice Guideline: Androgen Therapy in Women: endocrine.org
  5. British Menopause Society, Testosterone replacement in menopause (Mai 2026): thebms.org.uk
  6. ISSWSH-Leitlinie zur Testosterontherapie bei Frauen mit HSDD (J Sex Med 2021): isswsh.org
  7. Übersichtsarbeit zur Testosterontherapie bei Frauen: pmc.ncbi.nlm.nih.gov
  8. AWMF S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause (2026): register.awmf.org
  9. Global Consensus Position Statement (Volltext): pmc.ncbi.nlm.nih.gov

Wichtiger Hinweis:

Die Blog-Beiträge dienen der allgemeinen Weiterbildung und Information. Sie können und sollen in keinem Falle die ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung ersetzen. Sie sollten daher die hier bereitgestellten Informationen nicht als alleinige Quelle für gesundheitsbezogene Entscheidungen verwenden. Bei Beschwerden sollten Sie auf jeden Fall ärztlichen Rat einholen.

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Über Dr. med. Katja Aschenbrenner

Ich bin Dr. med. Katja Aschenbrenner. Wenn niemand die Ursache findet, fängt meine Arbeit an. Ich helfe Menschen mit dauernder Erschöpfung, unklaren Beschwerden oder chronischen Krankheiten, mit ganzheitlicher und funktioneller Medizin.

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