
Testosteron-Gel & Blutabnahme: Vorher auftragen oder lieber nicht?
Testosteron-Gel vor der Blutabnahme auftragen oder nicht? Warum der Zeitpunkt den Wert verändert und wie Ihre Werte über Jahre vergleichbar bleiben.
Nach dem Essen spannt der Bauch, der Kopf schmerzt, die Haut reagiert empfindlich oder es stellt sich eine plötzliche Müdigkeit ein: Viele meiner Patientinnen und Patienten leiden über Jahre unter solchen Beschwerden, ohne die Ursache zu kennen. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift FÜR SIE (16/2026) durfte ich als Ärztin für ganzheitliche und funktionelle Medizin zum Thema Nahrungsmittelunverträglichkeiten Stellung nehmen. In diesem Beitrag fasse ich zusammen, worauf es aus meiner ganzheitlichen Sicht ankommt – und knüpfe an das an, was ich bereits in meinen beiden ausführlichen Interviews (Teil 1 und Teil 2) geschildert habe.
Nahrungsmittelunverträglichkeiten gehören heute zu den häufigsten, aber auch zu den am schwersten einzuordnenden Gesundheitsproblemen. In Befragungen gibt rund jede fünfte Person in Deutschland an, unter einer Nahrungsmittelallergie oder -unverträglichkeit zu leiden. Das Tückische daran: Die Reaktion tritt oft erst verzögert auf und wird deshalb gar nicht mit dem Essen in Verbindung gebracht. In meiner Praxis erlebe ich immer wieder, dass Betroffene lange nach einer Erklärung suchen und irgendwann sogar an sich selbst zweifeln. Gleichzeitig ist nicht jede Beschwerde nach dem Essen automatisch eine Unverträglichkeit – gerade deshalb ist mir eine sorgfältige Abklärung so wichtig.
Anders als bei einer klassischen Nahrungsmittelallergie reagiert das Immunsystem bei einer Unverträglichkeit meist nicht unmittelbar. Häufig fehlen dem Körper stattdessen Enzyme oder Transportmechanismen, um einzelne Nahrungsbestandteile vollständig zu verarbeiten. Die Folgen reichen von Verdauungsbeschwerden über Kopfschmerzen bis hin zu Herzklopfen oder Hautreaktionen. Weil die Symptome so unspezifisch sind und oft zeitversetzt auftreten, ist die Zuordnung im Alltag schwierig – und genau hier setzt meine ganzheitliche Betrachtung an.
Auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit können unter anderem hindeuten:
Wichtig ist mir: Treten Beschwerden regelmäßig auf oder nehmen sie zu, gehören sie ärztlich abgeklärt. Starker Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, anhaltender Durchfall oder starke Schmerzen sind immer Warnzeichen und müssen sehr zeitnah medizinisch untersucht werden.
Besonders vier Auslöser stehen im Alltag im Vordergrund: Laktose, Fruktose, Histamin und Gluten. Sie wirken auf ganz unterschiedliche Weise und erfordern jeweils eine andere Diagnostik und Behandlung. Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen, statt vorschnell ganze Lebensmittelgruppen zu streichen.
Die Laktoseintoleranz ist die bekannteste Form. Ursache ist ein Mangel des Enzyms Laktase, das Milchzucker im Dünndarm spaltet. Gelangt unverdauter Milchzucker in den Dickdarm, entstehen Gase und Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall. Sichern lässt sich die Diagnose meist über einen H2-Atemtest. Eine vollständige Vermeidung ist dabei selten nötig – viele Betroffene vertragen kleine Mengen oder fermentierte Produkte wie Joghurt und Hartkäse gut.
Bei der Fruktosemalabsorption kann Fruchtzucker nur eingeschränkt im Dünndarm aufgenommen werden. Typische Symptome sind Blähungen, Völlegefühl und Bauchkrämpfe. Auch hier hilft ein H2-Atemtest bei der Abklärung. Entscheidend sind häufig Menge und Kombination der Lebensmittel: Oft profitieren Betroffene von einer zeitlich begrenzten Reduktion mit anschließender, schrittweiser Wiedereinführung. Fruktose steckt übrigens nicht nur in Obst, sondern auch in Säften, Süßigkeiten und Fertigprodukten.
Histamin ist ein natürlicher Botenstoff, der in vielen gereiften oder fermentierten Lebensmitteln vorkommt – etwa in Rotwein, Käse oder Salami. Bei einer Histaminintoleranz wird Histamin im Körper schlechter abgebaut. Das kann im Blut diagnostiziert werden, zudem arbeite gern mit Ernährungstagebüchern. Eine histaminarme Ernährung kann die Beschwerden lindern, sollte aber möglichst zeitlich begrenzt und begleitet erfolgen.
Gluten ist ein Klebereiweiß in Weizen, Roggen und Gerste. Bei der Zöliakie handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der Gluten die Dünndarmschleimhaut schädigt. Daneben gibt es Menschen mit einer nicht-zöliakischen Glutensensitivität, die Beschwerden entwickeln, ohne dass eine Autoimmunerkrankung nachweisbar ist. Wichtig ist mir: Bevor dauerhaft auf Gluten verzichtet wird, sollte eine Zöliakie über Bluttests und gegebenenfalls eine Biopsie ausgeschlossen werden. Eine glutenfreie Ernährung ist nur bei gesicherter Diagnose wirklich sinnvoll.
Hinter Nahrungsmittelunverträglichkeiten steckt aus meiner Sicht fast immer mehr als die Reaktion auf ein einzelnes Lebensmittel. Eine zentrale Rolle spielt der Darm – und besonders sein Zusammenspiel mit dem Mikrobiom, den Billionen von Mikroorganismen, die in ihm leben. Alles, was wir zu uns nehmen, wirkt auf diese Darmbakterien ein, und umgekehrt beeinflusst unsere Darmgesundheit, wie gut wir Nahrungsmittel verdauen und vertragen. Wird dem Körper dauerhaft ein unverträgliches Lebensmittel zugeführt, kann es zu entzündlichen Reaktionen und langfristig zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Darmwand kommen, dem sogenannten „Leaky Gut“. Für mich sind die Pflege der Darmschleimhaut und ein vitales Mikrobiom deshalb ein Kern meiner Therapie.
Der Darm steht in ständigem Austausch mit dem Gehirn – man spricht von der Darm-Hirn-Achse oder vom „Bauchhirn“. Über sie wirken sich seelische Belastungen unmittelbar auf die Verdauung aus. Ich erlebe bei meinen Patientinnen und Patienten häufig, dass Beschwerden in stressigen Lebensphasen deutlich zunehmen und im entspannten Urlaub nachlassen. Stress jeglicher Art, auch emotionaler Stress, hat eine große Wirkung auf unseren Darm; umgekehrt können Reisestress, Ortswechsel oder Jetlag Unverträglichkeiten spürbar verschlechtern. Warum ich Stress und emotionale Blockaden bewusst in die Behandlung einbeziehe, erläutere ich ausführlich in meinem Interview.
In der klassischen Schulmedizin steht oft die Frage im Vordergrund, welches einzelne Lebensmittel die Beschwerden auslöst – und wie man es meidet. Mein ganzheitlicher Ansatz geht weiter: Ich frage nach den Ursachen. Häufig findet die reine Labordiagnostik keine klare Erklärung, weil viele Unverträglichkeiten nicht auf einem einzelnen, messbaren Marker beruhen, sondern auf einem Zusammenspiel aus Darmgesundheit, Ernährung, Stress und Lebensstil. Deshalb nehme ich mir Zeit für eine ausführliche Anamnese und eine breit angelegte Diagnostik.
Kommt jemand mit einer vermuteten Nahrungsmittelunverträglichkeit in meine Praxis, beginne ich mit einer ausführlichen Anamnese und einer breit angelegten Diagnostik. Darauf baut eine individuelle, oft längerfristige Therapie auf, die Geduld und die aktive Mitarbeit der Betroffenen erfordert. Zu den Bausteinen gehören je nach Fall eine gezielte Eliminationsdiät, Maßnahmen zur Regeneration der Darmschleimhaut und zur Stabilisierung des Mikrobioms, bei Bedarf Entgiftungs- und Detox-Ansätze, sorgfältig ausgewählte Nahrungsergänzungsmittel und – etwa bei der Laktoseintoleranz – die Zufuhr fehlender Verdauungsenzyme. Wo es sinnvoll ist, arbeite ich mit weiteren Fachleuten wie Ernährungsberaterinnen oder Psychologen zusammen. Wie dieser Weg konkret aussieht, beschreibe ich Schritt für Schritt in Teil 2 meines Interviews.
Die einfachste und zugleich für viele schwierigste Methode, Auslöser zu finden, ist die Eliminationsdiät: einzelne Lebensmittel über einen längeren Zeitraum konsequent weglassen und sie nach einigen Wochen Schritt für Schritt wieder einführen. Ein einfaches Ernährungstagebuch hilft dabei sehr – notieren Sie über zwei bis drei Wochen, was Sie wann gegessen und getrunken haben, welche Beschwerden auftraten und wie es um Stress und Schlaf stand. Wichtig ist ein systematisches Vorgehen: nicht alles gleichzeitig verändern, sondern in Ruhe prüfen, was tatsächlich Beschwerden auslöst. Oft zeigt sich, dass kleine Mengen gut vertragen werden und ein strikter Verzicht gar nicht nötig ist.
Ich habe mich sehr gefreut, in der FÜR SIE (Ausgabe 16/2026) als Expertin zum Thema Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu Wort zu kommen. In meiner Berliner Praxis begleite ich Patientinnen und Patienten mit ganzheitlicher und funktioneller Medizin – mit dem Ziel, nicht nur Symptome zu lindern, sondern die Ursachen zu verstehen. Wenn Sie den Verdacht haben, bestimmte Lebensmittel nicht zu vertragen, oder unter unklaren Beschwerden leiden, unterstütze ich Sie gern persönlich. Mehr zu meinem Vorgehen finden Sie auch auf meiner Seite zur Behandlung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten.
Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind häufig, aber vielschichtig – und sie lassen sich selten auf ein einzelnes Lebensmittel reduzieren. Wer seine Beschwerden ernst nimmt, sie sorgfältig beobachtet und ärztlich abklären lässt, hat gute Chancen, die Auslöser zu finden und die Lebensqualität deutlich zu verbessern. Der Darm und sein Mikrobiom spielen dabei eine Schlüsselrolle. Mir ist wichtig: Es geht nicht darum, perfekt zu essen, sondern herauszufinden, was Ihnen persönlich guttut.
Die Blog-Beiträge dienen der allgemeinen Weiterbildung und Information. Sie können und sollen in keinem Falle die ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung ersetzen. Sie sollten daher die hier bereitgestellten Informationen nicht als alleinige Quelle für gesundheitsbezogene Entscheidungen verwenden. Bei Beschwerden sollten Sie auf jeden Fall ärztlichen Rat einholen.
Quelle: Der Artikel „Wenn Essen krank macht“ ist in der Zeitschrift FÜR SIE, Ausgabe 16/2026 (Rubrik CHECK-UP, ab S. 59), erschienen; Text: Kathrin Mechkat. Ich wurde darin als Expertin interviewt und zitiert. Alle Rechte am Originalartikel liegen beim Verlag. Die Inhalte dieses Blogbeitrags sind eine eigenständige Aufbereitung des Themas und beruhen auf meinen Interviews (Teil 1, Teil 2) für die Gesundheits-Webseite Medpertise.de.
Wie können Sie Gesund-Werden? Wie Gesund-Bleiben? Die ganzheitliche Ärztin und Autorin Dr. med. Katja Aschenbrenner erzählt aus der Praxis über moderne Ganzheitsmedizin, Darmgesundheit, Hormone, Ayurveda und alles, was uns lebendig hält – für alle, die ihre Gesundheit verstehen und ihre Vitalität nachhaltig stärken wollen.
Ich bin Dr. med. Katja Aschenbrenner. Wenn niemand die Ursache findet, fängt meine Arbeit an. Ich helfe Menschen mit dauernder Erschöpfung, unklaren Beschwerden oder chronischen Krankheiten, mit ganzheitlicher und funktioneller Medizin.
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Bis zu 17-20 % der Bevölkerung könnten von einem Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS) betroffen sein. Erfahren Sie, welche Beschwerden dahinterstecken können, was sie auslöst und wie MCAS erkannt und behandelt wird.

Dr. med. Katja Aschenbrenner als Expertin in der Zeitschrift FÜR SIE 16/2026: Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Laktose-, Fruktose- oder Histaminintoleranz ganzheitlich erkennen und behandeln.
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