Unerklärliche Bauchschmerzen, Hautreaktionen, Herzklopfen, Erschöpfung, Unverträglichkeiten – und keine Diagnose? Das Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS) betrifft viele Organsysteme gleichzeitig und wird häufig übersehen. Ich begleite Sie mit meiner langjährigen Expertise als eine der führenden MCAS-Expertinnen im deutschsprachigen Raum – international vernetzt, wissenschaftlich aktiv und Co-Autorin des Buches MCAS – Die verborgene Krankheit.“
„MCAS ist komplex – aber es ist behandelbar. Individuell. Mit Geduld und viel Spür-Sinn. Entscheidend ist, dass man die Muster erkennt.“
Dr. med. Katja Aschenbrenner
Da unsere Mastzellen im ganzen Körper verstreut sind – Haut, Darm, Lunge, Blutgefäße, Nervensystem – können auch die Beschwerden sehr unterschiedlich sein. Häufig betroffen sind:
Juckreiz, Nesselsucht (Urtikaria), Flush (plötzliche Hautrötung), Angioödeme, Hautausschläge, Hautempfindlichkeit.
Bauchkrämpfe, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung, Übelkeit, Reflux, Übelkeit, Nahrungsmittelunverträglichkeit.
Herzrasen, Kreislaufschwankungen, Brustbeschwerden, Schwindel, in schweren Fällen Schock oder Ohnmacht.
Asthma-artige Beschwerden, Atemnot, Husten, Schleimhautschwellungen.
Müdigkeit, Erschöpfung, „Brain Fog“, Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Hochsensibilität, Ängste, Panikattacken.
Weil MCAS so viele Gesichter hat, kommt es nicht selten vor, dass Betroffene über Jahre von verschiedenen Fachärzten gesehen werden, ohne dass die Verbindung erkannt wird.
Expertinnen auf dem Gebiet des Mastzellaktivierungssyndroms (MCAS).
Mit internationalen Kooperationen und wissenschaftlichen Netzwerken, Publikationen und als Buchautorin bringe ich profundes Verständnis, klinische Erfahrung sowie neueste Forschung zusammen. Meine neueste Veröffentlichung in „The American Journal of the Medical Sciences“ finden Sie hier.

Zunächst wird eine detaillierte Krankengeschichte (Anamnese) erhoben. Dabei wird besonders darauf geachtet, ob mehrere Organsysteme gleichzeitig betroffen sind — ein typisches Merkmal von MCAS.

Häufige Symptome von MCAS überschneiden sich mit vielen anderen Erkrankungen (z. B. Allergien, Magen-Darm-Erkrankungen, neurologische oder immunologische Erkrankungen). Vor einer MCAS-Diagnose müssen andere Ursachen ausgeschlossen werden.

Ein zentrales Element der Diagnostik sind Labortests auf Mastzellmediatoren — also Stoffen, die von Mastzellen freigesetzt werden, wenn sie aktiviert sind.

Nach Verdacht und ersten Laborergebnissen kann ein therapeutischer Versuch erfolgen, z. B. mit Antihistaminika oder Mastzellstabilisatoren. Eine positive Symptomverbesserung unter Therapie gilt als ein zusätzliches Kriterium für MCAS.
„Ich wusste irgendwann gar nicht mehr, was mein Körper als Nächstes tun würde: An einem Tag konnte ich ein Lebensmittel problemlos essen, am nächsten reagierte ich mit Herzrasen, Hautbrennen und Bauchkrämpfen. Dieses ständige Rätselraten – kombiniert mit Ärzten, die mich nicht verstanden – hat meinen Alltag vollkommen bestimmt. Erst durch die Diagnose MCAS ergab plötzlich alles Sinn.“ Patientin, anonym
Das ist ein berechtigter Einwand. Deshalb legen wir Wert auf eine sorgfältige Anamnese, Differentialdiagnostik und Mediatorennachweise, um Fehldiagnosen zu vermeiden.
Ja. Nach aktueller Literatur kann MCAS deutlich häufiger sein als lange angenommen. Afrin und Kollegen schätzen, dass bis zu 17 % der Allgemeinbevölkerung betroffen sein könnten – also keineswegs eine seltene Erkrankung.
MCAS ist eine chronische Erkrankung, bei der Mastzellen überreagieren und zu viele Botenstoffe wie Histamin freisetzen. Dadurch entstehen Beschwerden in verschiedenen Organsystemen – häufig Darm, Haut, Atemwege, Kreislauf und Nervensystem. Die Symptome sind oft wechselhaft und schwer einzuordnen.
Bei einer Histaminintoleranz liegt meist ein Problem beim Abbau von Histamin vor. Bei MCAS hingegen schütten die Mastzellen selbst zu viel Histamin und andere Botenstoffe aus. Beide Erkrankungen können ähnliche Symptome verursachen, haben aber unterschiedliche Ursachen und benötigen unterschiedliche Behandlungsstrategien.
Ja. Viele Betroffene berichten, dass die Beschwerden nach Infekten, hormonellen Veränderungen, starker Belastung oder Stress beginnen oder sich verschlimmern. MCAS kann sich langsam entwickeln oder scheinbar „aus dem Nichts“ auftreten.
MCAS ist eine chronische Erkrankung. Sie ist (bisher) nicht heilbar, aber sehr gut behandelbar, wenn die individuellen Trigger erkannt und geeignete Therapien eingesetzt werden. Viele Patientinnen und Patienten erfahren deutliche Verbesserungen ihrer Lebensqualität.
Weil die Symptome so vielfältig sind und MCAS vielen anderen Erkrankungen ähnelt. Zudem sind viele Ärzte mit der Erkrankung nicht vertraut. Die Betroffenen erleben daher oft eine lange Odyssee, bevor sie eine passende Diagnose erhalten.
Das ist individuell sehr unterschiedlich. Manche spüren bereits nach wenigen Tagen eine Besserung, andere benötigen mehrere Wochen oder Monate, bis sich ihr System stabilisiert. Wichtig ist ein schrittweises Vorgehen und eine regelmäßige Anpassung der Therapie.
Nicht unbedingt. Wichtig ist es, gezielt Trigger zu identifizieren, nicht pauschal alles zu verbieten. Oft reichen einzelne Anpassungen oder Entlastungsphasen, um deutliche Verbesserungen zu erzielen.
Nein. MCAS ist eine körperliche, immunologische Erkrankung. Stress kann Symptome verstärken, ist aber nicht die Ursache. Ihre Beschwerden sind real und medizinisch erklärbar.
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